Was ist therpeutisch wirksam beim katathymen Bilderleben / der katathym-imaginativen Psychotherapie (KIP)? 


Zunächst klingt der Name des Verfahrens vermutlich ein bisschen „abgespacet“ oder zumindest sehr abstrakt. Selten wird im Alltag das Wort „imaginativ“ benutzt, selten bis gar nicht wird das Wort „katathym“ genutzt. Diese beiden Begriffe zusammengesetzt beschreiben ein Verfahren, welches strukturiert die Tagtraumtechnik nutzt, in denen sich der Klient seinem inneren Erleben nähern kann. 


Doch was genau wirkt dabei, wenn ich nur paar Bilder vor meinem inneren Auge habe? 

Zunächst einmal kann sich der Klient seinen Themen abstrakter nähern, als wenn er sie im Gespräch erörtert. Er muss nicht in Worten beschreiben wo das Problem liegt, sondern er beschreibt  das, was sich vor seinem Auge auftut. Der Prozess des Erkennens ist somit nicht durch den Mitteilungsprozess gestört, in dem der Sprecher häufig auf das Außen bedacht ist, d.h. überlegt, wie er es dem Zuhörer nachvollziehbar mitteilen kann. Vielmehr ist die Arbeit mit dem katathymen Bilderleben auf das „Innen“ beschränkt, der Klient beschreibt, was er sieht, ohne das Denkprozesse über diese Bilder zu erläutern. Dies ist vor allem ein wirksames Hilfsmittel für eine Neubewertung der Problemlage und des eigenen Befindens. 


 Daraus resultiert, dass nicht nur ein abstrakterer Blick möglich ist, sondern diese Distanz auch andere Facetten und Details des ursprünglichen Themas entdecken lässt. Nicht nur das Problem wird offenbar, sondern es können sich auch eigene Ressourcen zeigen, versteckte Emotionen oder auch Bedürfnisse hervortreten und unwichtiges doch plötzlich wichtig werden lassen. Wir kennen das vielleicht noch aus der Kindheit; im Traum war alles möglich. Auch hier sind keine Grenzen gesetzt und genau das ermöglicht einen (angst)freien Prozess. 


Dieser freie Prozess findet unter dem Angstschutz des Therapeuten statt. Was bedeutet das? Man hat herausgefunden, dass dadurch, dass der Tagtraum im Dialog mit dem Therapeuten vollzogen wird, ein wesentlicher Teil rational-intellektueller und charakterlicher Abwehrmechanismen, die jeder im Laufe seines Lebens entwickelt hat, unterwandert wird. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt, um ehrlich mit sich selbst umgehen zu können und die Wunden heilen zu können. Sobald der Mantel der Angst fällt, werden Veränderungen wirksam. 


Der Dialog mit dem Therapeuten führt insbesondere auch dazu, dass der Klient Vertrauen in seinen eigenen Prozess gewinnen kann. Er dosiert das Tempo schrittweise und eigenständig. Er lernt, sich selbst zu vertrauen. 


In dem Sinne, kann der Klient sich also schrittweise an seine Konflikte herantasten, ohne von vornherein schon alles auf einmal offenbaren oder anschauen zu müssen. Ebenfalls kann er sich auf derselben Ebene an die Lösung herantasten. 

Er kann ausprobieren, wie er mit dieser oder jener Lösung klarkommt und wie sich die Lösung tatsächlich für ihn anfühlt. 

Dazu kann er jederzeit die Hilfe des Therapeuten in Anspruch nehmen, der ansonsten auch in der Konfliktbearbeitung mittels direkter Handlungsanweisungen unterstützen kann, wodurch der Klient mehr über sich selbst in Erfahrung bringen kann. 


Das Verfahren wird im entspannten Zustand ausgeführt und wirkt somit auf der bewussten und unterbewussten Ebene. Der Klient ist sich bewusst, was er wahrnimmt (mit allen Sinnen) und wird somit in die Lage versetzt, dass er diese Erfahrungen in seine Realität integrieren kann. 

Zusammenfassend ist also vor allem die Zusammenarbeit zwischen Therapeut und Klient ein großer Wirksamkeitsfaktor für den Fortschritt in der therapeutischen Behandlung sowie auch die Abstraktion und die Folgen daraus, die das katathyme Bilderleben mit sich bringt. 

Selbstwert und Wahrheit


Was haben die eigentlich miteinander zu tun? Nun, das eine funktioniert ohne das andere nicht so richtig. Der Selbstwert bildet sich letztendlich daraus, was wir von unserem Sein anerkennen und welche Teile wir ablehnen. Je mehr Anteile ich besitze, die für mich unangenehm sind und für die ich mich schäme, desto weniger möchte ich diese und letztlich auch mich dadurch zeigen. Wenn ich jedoch immer weiter in den Schatten flüchte, entsteht daraus auch die Situation, dass ich meine Wahrheit über mich nicht mehr überprüfen kann. Ich mache zwar keine Erfahrungen mehr mit meinen unangenehmen Anteilen, ich nehme mir aber auch die Chance, positive Gegenerfahrungen zu machen. Solche, die mein Bild über mich korrigieren könnten. 



„Entweder du übernimmst Verantwortung für deine Wahrheit oder du kämpfst für immer um deinen Selbstwert“, sagt die renommierte US-Autorin Brené Brown. Sie hat jahrelang zu den Themen Mut und Verletzlichkeit geforscht. 

Was bedeutet das also? Wie kann ich die Verantwortung für meine Wahrheit übernehmen? Es gelingt, wenn ich mir folgendes klarmache: Meine Wahrheit ist auch immer verknüpft mit meinen Emotionen. Wenn ich beispielsweise verlassen wurde oder meine Freunde mich immer wieder versetzen, dann ist das nicht nur eine kognitive Erkenntnis oder Wahrnehmung, sondern auch eine emotionale Erfahrung. Viele unangenehme Emotionen gehen für mich damit einher und es gibt Momente, da fühlt es sich wie eine große Niederlage an. 

Aber: Genau das ist der Weg! 

Wer Niederlagen erfolgreich überwunden hat, nimmt seine Emotionen an. Menschen, die zu ihrer inneren Stärke gefunden haben, schauen sich ihre Erlebnisse ehrlich an, während sie sich gleichzeitig mit Themen wie Schuldzuweisungen, Scham, Groll, Vergebung und gebrochenem Herzen auseinandersetzen. Daraus gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse über uns selbst und können unsere Verhaltensmuster letztlich verstehen. Wir können einen Schritt weitergehen. Haben wir unsere Verhaltensmuster wirklich ehrlich verstanden, dann sind wir in der Lage sie andersrum aufzuschlüsseln. Weiß ich, warum mir dieses und jenes passiert ist, welchen Anteil ich daran hatte, kann ich auf diesen Anteil in Zukunft aufpassen. 

Ich kann somit aus meiner Erfahrung lernen und eröffne damit den Möglichkeitsraum für neue Erfahrungen. Darüberhinaus bin ich an diesem Punkt in der Lage, meine Erfahrung als Anteil in mir zu integrieren. 

Mein Anteil der angenommenen Anteile in mir wächst also und bildet nach und nach ein ernstzunehmendes Gegengewicht zu dem Part der nicht-angenommenen Anteile. Dies ist ebenso eine Wahrheit, wie die Wahrheit meiner gemachten Erfahrungen. 

Was kannst du mit dieser Wahrheit über deine Anteile tun? 

Genau.. du kannst die Verantwortung dafür übernehmen und diese Anteile in dir neu ordnen. Wann hast du das das letzte Mal getan? Wann hast du das letzte Mal die Stimmigkeit deines Selbstwertgefühls überprüft? Halte es aktuell und aktualisiere es nach jeder Erfahrung. Denn: 


„Wir wissen erst, wer wir sind, wenn wir verstanden haben, wie wir mit schwierigen Situationen umgehen.“(Brené Brown)




Zeit zum Atmen - das Gleichgewicht unter der Maske

Ich meine es wörtlich. Nehmen Sie Ihre Maske ab. Nehmen Sie Ihre Maske ab, die Sie nach außen hin schützt und Ihnen vielleicht auch ein Stück Sicherheit gibt und innen drin doch so viel Unsicherheit verursacht. Lassen Sie einen Augenblick los, auch wenn Ihnen gerade gar nicht danach ist. Aber versuchen Sie es dennoch für einen kurzen Augenblick und lächeln Sie. Versuchen Sie echt und tief zu lächeln. Stellen Sie sich vor, dass dies Ihr Moment ist. Der Moment gehört ganz allein Ihnen. Wie möchten Sie ihn verbringen?

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Corona ist für uns die große Unbekannte. Unbekanntes macht uns evolutionsbedingt Angst. Wenn wir ängstlich sind, ist uns überhaupt nicht nach einem Lächeln, wir verspüren ganz andere Emotionen. Neben Angst auch Unsicherheit.
Wenn wir ehrlich sind, wissen wir nicht mehr so wirklich, was falsch, was richtig, was gut und was schlecht ist. Unser Schubladendenken und unser Bewertungssystem, welche uns sonst ein recht routiniertes Leben ermöglichen, funktionieren nicht mehr wie wir es kennen und zwingen uns zur Veränderung. Das ist also völlig natürlich und normal, dass aus dieser ungewollten Situation diese widerstreitenden, gemachten Gefühle folgen. 
Jedoch sollten wir uns erinnern, dass wir ein Gefühl immer bewusst verursachen können und darüber die Kontrolle haben. Es geschieht durch das Lächeln. Es ist zwar nicht die Lösung, aber es ist der Anfang. Und der Weg dahin oder auch danach, der lässt sich gemeinsam finden. 

Die Katathym - imaginativen Psychotherapie (KIP) für "nicht so große Redner" und keine "Menschen der großen Worte". 

"Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte". Nahezu jeder kenn dieses Zitat, aber was "mehr" sagt dieses Bild? Darum geht es im katathymen Bilderleben. Und wie es im Zweitnamen dieser Technik auch drinsteckt, geht es vornehmlich um das Erleben und das Empfinden dabei. 

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Das "mehr" sind also die mit dem Bild (der Imagination) verbundenen Gefühle. Der Klient wird in einen vertiefen psychophysischen Entspannungszustand gebracht, sodass optische Phänomene auftreten können. Meist sind diese regressiv, das heißt, es wird das an die Oberfläche geholt, was aus früheren Erfahrungen und Erlebnissen in einem steckt. Das "Bildern" ermöglicht, an diese heranzukommen und aus dem Unterbewusstsein heraus zu arbeiten. Der Unterschied zur Hypnose liegt darin, dass es hierbei nicht um einen veränderten Bewusstseinszustand oder Schlaf geht. Vielmehr ist es der bewusste Zugriff, die bewusste Verbindung auf/zum Unterbewusstsein, aus dem die Bilder entstehen, dessen Bedeutung und verknüpfte Emotionen dem Klienten unmittelbar zugänglich sind. Der Klient weiß also die ganze Zeit, dass es sich um einen vom Therapeuten künstlich hervorgerufenen Zustand handelt und kann sich angstfrei sein Inneres in ca. 1 Meter Abstand vor dem inneren Auge anschauen.

Wer also Sorge vor der Psychotherapie hat, weil er/ sie "nicht so der große Redner ist" oder sich schwertut, seine Gefühle, Themen, Probleme mit Worten zu beschreiben, der kann in der katathym-imaginativen Psychotherapie eine wertvolle Alternative "des Redens" finden. Übrigens eignet sich diese Methode nicht nur wunderbar für Konflikte aus der Kindheit, sondern auch für das Aufzeigen aktueller, noch nicht bewusster Problematiken. 



Der Heilpraktiker für Psychotherapie aus persönlicher Sicht


Vermutlich erwarten Sie mit dieser Überschrift einen Text, der den Heilpraktiker für Psychotherapie unkritisch hoch in den Himmel lobt. Immerhin ist dieser Artikel von einer Person geschrieben, die diesem Berufsbild angehört und es wäre blöd etwas zu machen, hinter dem man nicht steht. 
In der Tat, ich stehe voll und ganz hinter meinem Beruf, dazu konnte es jedoch erst kommen, als mir so richtig klar war, was ein Heilpraktiker für Psychotherapie eigentlich macht und wie er arbeitet. 
Häufig ist der erste Impulsgedanke vermutlich "kein Studium, weniger qualifiziert." Auch wenn das nicht die grundsätzliche Einstellung gegenüber Ausbilungs- und Studiumsberufen sein muss, so ist es doch so, dass es die Psychotherapie ja auch als Studium gibt (ca. 5 Jahre Psychologie, ca. 5 Jahre nochmal Psychotherapie) und in diesem Vergleich scheint der Heilpraktiker für Psychotherapie mit seiner Ausbildung und der Prüfung nach Heilpraktikerordnung vor der Gesundheitsamt zu verlieren. 
Jedoch nur so lange, wie man diese Relation ungefragt setzt. Entscheidet allein die Ausbildungsform über das Wissen und letztlich das Können des Lernenden oder ist es nicht vielmehr das, was er/sie daraus macht und mitnimmt? Und ist das nicht in jedem Berufsfeld so? Erfahrungen, persönliche Eigenschaften und Charakterzüge mal außen vorgelassen, auch wenn die gerade in der Psychotherapie extrem extrem wichtig sind! 
Wenn diese Relation also mal kritisch hinterfragt wurde, was bleibt dann noch als Argument für oder gegen den Heilpraktiker für Psychotherapie? 
Für mich recht wenig dagegen und recht viel dafür, sodass ich diese Ausbildung gemacht habe. 

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Die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie gibt viel Spielraum für die eigene Entwicklung, für Selbsterfahrungen und den Raum, um den eigenen Schwerpunkt zu setzen. Es geht von Anfang an um die Frage "wo will ich wirken" und "wie kann ich das erreichen"? Man muss es wirklich wollen, ansonsten geht man diesen Weg nicht, der nicht schon durch staatliche Strukturen vorgegeben ist. Der eigene Praxisaufbau, das eigene Methodenrepertoire.. all das lädt Heilpraktiker für Psychotherapie dazu ein, letztlich vielfältige Methoden zu kombinieren und lebenslang zu lernen. Die Ausbildung ist nicht mit dem Studium beendet, sondern setzt sich, allein durch die Verpflichtung in der Heilpraktikerverordnung, aber auch durch das persönliche Interesse, ein Leben lang fort. Lebenslänglich bekommt hier also einmal auch eine schöne Bedeutung. 
Das war somit ein weiterer Punkt, der die Wichtigkeit und Sinnhaftigkeit dieses Berufes für mich unterstrich. Kein Vorgehen nach Schema F, sondern ein Vorgehen, was sich mit dem Klienten entwickelt. Und ein Vorgehen, was sofort beginnen kann. Dann, wenn es akut für den Klienten ist und die größtmögliche Wirkung entfalten kann.
Natürlich kann man kein Psychotherapeut ohne Psychologie sein. Psychologie ist die reine Wissenschaft vom Erleben, Empfinden und Verhalten des Menschen. Auf den Erkenntnissen aus dieser Wissenschaft fußen die Therapiemethoden und Behandlungskonzepte. Ebenfalls ein unglaublich spannendes Feld, mit dessen Erarbeitung ich auch in Gedanken gespielt habe. Allerdings wurde mir schnell klar, dass ich gerne nah beim Klienten sein möchte und der therapeutische Aspekt eine wichtige Rolle für mich spielt. Denn die Werte und Grundlagen der Therapie sind das, was die Psychologie für mich so interessant machen und sie mich anwenden lassen will. Und der Heilpraktiker für Psychotherapie ist durch die vielfältigen Methodenlehren, Seminarangebote, Kombinationsmöglichkeiten und Eigenforderung die beste Form, mit einem authentischen Konzept in den Prozess mit meinen Klienten zu gehen. 

 


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